Wie alles anfing…

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Ich war in Gedanken versunken. Wieder und wieder las ich Nachrichten, dass Grundschüler immer schlechtere Ergebnisse in Studien aufweisen, dass ein Viertel nicht lesen lernt, dass Mathe das Nachhilfefach Nr. 1 sei,…

Mathe. Mathe mochte ich in der Schule auch nicht wirklich. Weil ich es nicht gut verstand. Dabei ist es ja kein Hexenwerk. Das Problem ist ja, das viele Kinder sich erst viel zu spät mit Mathematik beschäftigen. Und wenn es dann im Lehrplan ansteht, fehlen ihnen wichtige Vorerfahrungen.

Ok, was ist die Lösung?

Und dann kam die Idee…

Ich liebe Kinderbücher als Unterrichtseinstieg. Welche Ressourcen haben Grundschulen? Rot-blaue Wendeplättchen. Die gibt es an jeder Schule. Und Kitas und Eltern können sie leicht anschaffen – sie sind günstig und laden zum Entdecken ein. Also dachte ich mir: Ich gestalte ein Kinderbuch zum Rechnen lernen, nur mit Punkten und mit allem Wichtigen zum Zahlenraum bis 10.

Ein Kinderbuch zum Rechnen lernen

Sozusagen „Mathematik aus dem Bilderbuch“. Simpel, ohne ablenkenden Schnickschnack. Die Idee ließ mich nicht los. Münzen dienten mir als Schablone für die ersten Punkte. Welche Größe sollten sie haben? Wie wirkte das auf weißem Papier? Den Prototyp bastelte ich aus zwei DIN A4 Blanko-Schulheften. Ich habe die Punkte nicht gezählt, die ich ausschnitt – es waren viele. Und ich ordnete sie so an, wie ich generell Kindern mit Plättchen die Welt der Zahlen nahebringe. Ich wollte mich nur auf das Wesentliche beschränken. Vertiefen könne man mit konkretem Material oder einer Lernkartei immer noch.

Und dann zeigte ich die Hefte meinen beiden Nachhilfeschülerinnen aus der 2. Klasse: „Stellt euch vor, ihr wäret gerade erst in die Schule gekommen – oder ir wäret noch im Kindergarten – könntet ihr euch vorstellen, damit Rechnen zu lernen?“
Die Mädchen blätterten im ersten Heft und sie tippten intuitiv mit dem Finger auf die Punkte und zählten. Sie fuhren mit dem Finger die Ziffern in Pfeilrichtung nach – ich brauchte gar nichts sagen. Jaaaa, genau so hatte ich mir das vorgestellt! Ihr Fazit: „Das macht Spaß. Aber es ist blöd, dass es zwei Hefte sind und kein Buch.“ Ja, es soll ja ein Buch werden. Ich war auf dem richtigen Weg. Und wie praktisch, einen computerbegeisterten Freund zu haben, der layouten kann…

Nach einem Monat war die Datei bereit für den Druck. Und schon währenddessen war mir klar: das wird Band 1. Und das war erst der Anfang!

Weitere Bände zum Rechnen lernen bis hin zu Bruchrechnung und Winkeln…

Ich entwarf einen Roten Faden, was man mit „Punkten“ oder Würfelmaterial (Perlenmaterial nach Montessori bzw. Dienes-Zehnersystemsatz) alles darstellen könnte und kam schnell auf 10 Bände, eine ganze Punktebuch-Reihe. Ich skizzierte die einzelnen Seiten, übertrug sie in die Dateivorlage und Aret ergänzte, was ich nicht konnte, korrigierte Abstände, gestaltete Waage, Teller und Co.
Alles so einfach wie möglich, nur angedeutet, dass man es erkennen kann. So wird das Kind eingeladen, das Gesehene zu Hause oder in der Schule nachzustellen und eigene Aufgaben zu finden, zu experimentieren. Ob mit ausgeschnittenen Üunkten, Wendeplättchen, Kieselsteinchen, weißen Bohnen oder Nudeln… Das Buch bietet Inspiration und Mathe lernen kann man egal in welcher Herkunftssprache.

Wir wünschen allen Kindern viel Freude am Rechnen lernen und freuen uns, wenn wir Eltern, Pädagogen und Lehrkräfte durch unsere Bücher und Materialien ein Stück weit in ihrer Arbeit entlasten können.

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